
Immer mehr Immobilieninteressierte spielen mit dem Gedanken, für ihre Investments eine GmbH zu gründen. Der Grund: Steuerersparnisse, professionelle Außenwirkung und klare Strukturen. Doch lohnt sich dieser Schritt wirklich – besonders für Einsteiger:innen mit kleinem oder mittlerem Immobilienbestand?
In einem ausführlichen Gespräch mit Steuerberater Robert Lippert, der unter anderem bei PwC, BDO und EY tätig war und nun seine eigene Kanzlei führt, haben wir genau diese Frage beleuchtet. Die Antwort fällt differenzierter aus, als viele erwarten.
Die GmbH gilt für viele als das Werkzeug der Wahl, um Steuern zu optimieren. Schließlich zahlt sie nur ca. 15 % Körperschaftsteuer – im Vergleich zum Spitzensteuersatz von bis zu 45 % im Privatvermögen ein klarer Vorteil, oder?
Nicht ganz. Denn: Wer mit Immobilien startet, fährt in den ersten Jahren häufig Verluste oder geringe Gewinne – durch Anlaufkosten, Abschreibungen und Reparaturen. Diese Verluste sind in der GmbH nur eingeschränkt nutzbar und bringen daher kaum Liquiditätsvorteile.
Im Privatvermögen hingegen können diese Verluste direkt mit anderen Einkünften (z. B. Gehalt) verrechnet werden. Der steuerliche Effekt kann dabei bis zu 43 % Rückerstattung bringen – ein klarer Pluspunkt für das private Halten von Immobilien.
Was viele unterschätzen: Eine GmbH bringt hohe laufende Kosten mit sich – unabhängig vom Umfang der Immobilientätigkeit.
All das muss auch von Vermieter:innen getragen werden, die vielleicht nur ein oder zwei Objekte halten.
Laut Robert Lippert passt die GmbH nur für eine kleine, klar umrissene Zielgruppe:
Für alle anderen – insbesondere Einsteiger:innen – ist das Privatvermögen oft deutlich effizienter und flexibler. Auch weil Gewinne später im Alter steuerlich günstiger versteuert werden können, wenn andere Einkünfte wegfallen.
Wer erst einmal loslegt und sich einen Immobilienbestand aufbauen möchte, sollte laut Lippert nicht zu früh mit komplizierten Konstrukten starten. Stattdessen:
Die GmbH ist kein Allheilmittel – sie ist ein Werkzeug, das nur bei richtigem Einsatz seine Vorteile ausspielen kann. Für viele Investor:innen bedeutet das: Nicht sofort gründen, sondern erst solide starten, lernen, optimieren – und dann strategisch nachjustieren.
Wenn du aktuell mit dem Gedanken spielst, deine erste oder zweite Immobilie zu kaufen, ist die beste Steuerstrategie oft auch die einfachste: Privat kaufen, gut verwalten – und entspannt wachsen.
Wenn du das es noch nicht getan hast, folge Robert gerne auf seinen sozialen Kanälen. Website: www.lipphardt.tax LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/robert-lipphardt-steuerberater?utm_source=share&utm_campaign=share_via&utm_content=profile&utm_medium=ios_app
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