Gutachten Nutzungsdauer
Nutzungsdauer

Abschreibung bei Immobilien: Der unterschätzte Hebel für Immobilieninvestoren

Viele Immobilieninvestoren verwechseln die AfA (Absetzung für Abnutzung) mit der Tilgung – so ging es auch mir zu Beginn meiner Reise. Doch während die Tilgung Geld kostet, eröffnet die Abschreibung ein enormes steuerliches Potenzial. In diesem Beitrag erfährst du, welche Arten von Abschreibung es gibt, wie sie funktioniert und warum sie ein entscheidender Hebel für profitable Immobilieninvestments bis 2030 sein kann.


Was ist Abschreibung?

Abschreibung bedeutet, dass du Kosten steuerlich gegen deine Einkünfte rechnen kannst, ohne diese tatsächlich auszugeben.
Ein Beispiel:

  • Investition: 1.000 €
  • Grenzsteuersatz: 42 %
  • Steuererstattung: 420 €

Während du bei normalen Ausgaben die 1.000 € wirklich zahlen musst, erzeugt Abschreibung sogenannte „Papierkosten“ – steuerliche Vorteile ohne Geldabfluss. Genau hier liegt die große Chance für Investoren.


Die drei großen Arten der Abschreibung

1. Abschreibung bei Bestandsimmobilien

  • Gebäude vor 1924 gebaut: Abschreibung über 40 Jahre
  • Gebäude nach 1924 gebaut: Abschreibung über 50 Jahre (klassisch 2 % pro Jahr)

Besonders interessant ist die Restnutzungsdauerverkürzung:
Viele ältere Häuser halten keine weiteren 50 Jahre ohne Sanierung. In solchen Fällen kannst du beim Finanzamt beantragen, die Abschreibung auf eine kürzere Zeit zu verkürzen. Das lohnt sich vor allem für Baujahre vor 1980.

Tipp: Baujahre zwischen 1980 und 2022 gelten steuerlich oft als „Todeszone“, da hier weder verkürzte Restnutzungsdauer noch besondere Abschreibungsmodelle greifen.


2. Abschreibung beim Neubau

Mit der Zinswende hat die Bundesregierung versucht, Anreize für den Wohnungsbau zu schaffen. Neubauten lassen sich in Deutschland in der Regel über 33 Jahre abschreiben, was 3 % pro Jahr entspricht – und damit 50 % mehr als bei Bestandsimmobilien.

Zusätzlich gibt es seit 2023 eine Sonderregelung:

  • In den ersten 10 Jahren können bis zu 50 % der Baukosten abgeschrieben werden.
  • Möglich wird das durch eine Kombination aus linearer Abschreibung (3 %) und Sonderabschreibung (5 % für die ersten vier Jahre).

Gerade bei hohen Einkommen kann das einen erheblichen Steuervorteil bringen und Neubauten trotz hoher Baukosten attraktiv machen.


3. Denkmalabschreibung

Denkmalgeschützte Immobilien bieten die Möglichkeit, die hohen Sanierungskosten steuerlich abzuschreiben – oft über zwölf Jahre. Das klingt verlockend, birgt aber auch Risiken:

  • Bauträger kalkulieren den Steuervorteil mit ein, wodurch der Kaufpreis steigt.
  • Beim Wiederverkauf profitieren Käufer nicht mehr von der Denkmalabschreibung.
  • Die Marktgängigkeit kann eingeschränkt sein – vor allem in schwächeren Lagen.

Fazit: Denkmalimmobilien können spannend sein, bergen aber ein erhebliches Risiko, wenn die Lage nicht passt oder der Markt schwächelt.


Warum Abschreibung das Thema der nächsten Jahre ist

Angesichts steigender Baukosten, Zinsen und einer herausfordernden Marktlage kann die richtige Nutzung von Abschreibungen den entscheidenden Unterschied machen.

  • Bestand: Fokus auf Restnutzungsdauerverkürzung
  • Neubau: Nutzung der neuen Sonderabschreibungen
  • Denkmäler: Vorsicht bei überhöhten Preisen

Für Investoren mit hohem Einkommen sind Abschreibungen ein zentrales Instrument, um Cashflow-neutral zu investieren und Immobilien langfristig profitabel zu halten.


Fazit

Abschreibung ist mehr als nur ein steuerlicher Begriff – sie ist ein mächtiges Werkzeug, das Immobilieninvestments rentabel machen kann. Wer die Regeln kennt und gezielt nutzt, kann nicht nur Steuern sparen, sondern auch sein Portfolio strategisch aufbauen.

👉 Hast du schon Erfahrungen mit Restnutzungsdauerverkürzung, Neubauabschreibung oder Denkmalimmobilien gemacht? Teile es gerne in den Kommentaren!

Mein neuer Videokurs zur Kaufpreisaufteilung

Ab sofort gibt’s auch einen Kurs von mir zur Kaufpreisaufteilung – schau gern mal rein! https://steine-steuern.de/kurs-kaufpreisaufteilung/

🎧 Jetzt Podcast-Folge hören:

Folge uns für mehr Steuertipps

Fragen oder Feedback?
📧 Schreib mir gern an: jasper@steine-steuern.de

Jasper Schouw
Jasper Schouw ist studierter Betriebswirt und Gründer von gutachten-nutzungsdauer.com. Darüber hinaus hält er einen Immobilienbestand, baut und entwickelt Projekte und handelt mit Immobilien und Grundstücken.
Über GND
Wir erstellen Gutachten für Ihre Bestandsimmobilie, um eine verkürzte Abschreibung zu erreichen.
Aktuelle Beiträge

Restnutzungsdauer vs Sanierungskosten | Ton Steine Steuern

Eine der häufigsten Fragen aus unserem täglichen Betrieb bei https://gutachten-nutzungsdauer.com/ lautet:Was passiert mit der verkürzten Restnutzungsdauer, wenn ich nach dem Kauf umfangreich saniere?Besonders die 15-Prozent-Regel sorgt dabei regelmäßig für Unsicherheit…
© 2026 GND. Designed by WEBCLAN GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Ihre Bewertung
Falls es Punkte gibt, bei denen wir uns verbessern können, lassen Sie uns das gern wissen. Ihre Rückmeldung hilft uns, unseren Service stetig zu optimieren und sicherzustellen, dass wir Ihre Erwartungen erfüllen.