
Wer sich als Immobilieninvestor:in professioneller aufstellen möchte, stößt schnell auf die Frage nach der richtigen Rechtsform. Besonders häufig stehen sich zwei Varianten gegenüber: die klassische GmbH und die GmbH & Co. KG. Auch wenn sich die Begriffe ähneln, unterscheiden sich diese Gesellschaftsformen grundlegend – rechtlich, steuerlich und praktisch.
In einem ausführlichen Gespräch mit dem Bremer Steuerberater Robert Lippert beleuchten wir, worauf es wirklich ankommt. Und vor allem: Welche Struktur sich für welche Art von Investor eignet.
Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist eine Kapitalgesellschaft. Gewinne werden in der GmbH selbst versteuert – mit Körperschaftsteuer (15 %) und gegebenenfalls Gewerbesteuer. Eine spätere Ausschüttung an die Gesellschafter unterliegt zudem der Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer).
Vorteile:
Nachteile:
Die GmbH & Co. KG besteht aus zwei Komponenten:
Der Clou: Die GmbH haftet, aber wird bewusst mit wenig Substanz ausgestattet. Der Großteil der wirtschaftlichen Tätigkeit läuft über die KG – eine Personengesellschaft, bei der Gewinne direkt an die Gesellschafter weitergegeben und dort individuell versteuert werden.
Vorteile:
Nachteile:
| Investorentyp | Empfehlung |
|---|---|
| Einsteiger mit 1–2 Objekten | Privatvermögen oder einfache GbR |
| Vermieter mit 1–3 Mehrfamilienhäusern | GmbH & Co. KG (hohe Flexibilität) |
| Immobilienhändler (Flip, Neubau, Verkauf) | GmbH (wegen gewerblicher Ausrichtung) |
| Investoren mit Partnern | GmbH & Co. KG |
| Langfristiger Bestand über Generationen | GmbH oder GmbH & Co. KG |
In der GmbH bleiben Verluste steuerlich „gefangen“. In der GmbH & Co. KG können sie bei den Gesellschaftern mit anderen Einkünften verrechnet werden.
Sehr! In der KG kannst du vertraglich genau regeln, wer wie viel bekommt – auch basierend auf Arbeitseinsatz statt nur Kapital. In der GmbH geht das nur eingeschränkt.
Achtung: Zu komplexe Strukturen können Banken abschrecken. Eine klar strukturierte GmbH & Co. KG ist jedoch in der Regel gut vermittelbar – solange sauber dokumentiert und geführt.
Ja. Beispielsweise kannst du eine GmbH für den Handel führen und parallel eine GmbH & Co. KG für den Bestand aufbauen. Wichtig: strikte Trennung, um steuerliche Probleme zu vermeiden.
Für viele Investor:innen ist die GmbH & Co. KG eine stark unterschätzte Rechtsform. Sie bietet hohe Flexibilität, steuerliche Vorteile und klare Haftungsregeln – besonders bei langfristigem Vermögensaufbau. Die GmbH hingegen ist ideal für alle, die aktiv handeln, häufig verkaufen oder komplexe Unternehmensstrukturen aufbauen wollen.
Robert Lippert bringt es auf den Punkt:
„Man kann unheimlich viel machen – aber das muss man dann auch richtig machen. Einfacher ist oft besser.“
Das vollständige Video findest du auf unserem YouTube-Kanal. Dort gehen wir noch tiefer auf Praxisbeispiele, Gestaltungsmöglichkeiten und Stolperfallen ein.
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