
In den letzten Monaten hat sich auf dem Immobilienmarkt einiges verändert – und ich bin überzeugt: Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die für viele Eigentümer und Investoren entscheidend sein wird. Immer mehr Banken beginnen, Immobilien mit schlechter Energieeffizienz nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zu finanzieren.
Hamburg hat sich vorgenommen, bereits 2040 klimaneutral zu werden – fünf Jahre früher als der Rest Deutschlands. Das klingt zunächst politisch, hat aber ganz konkrete Folgen: Gebäude mit schlechten Energieeffizienzklassen (etwa G oder H) werden in Zukunft kaum noch finanzierbar sein.
Schon jetzt verlangen Banken Zinsaufschläge für ineffiziente Immobilien. Manche Institute geben sogar offen zu, dass sie solche Objekte nur noch unter strengen Sanierungsauflagen finanzieren, weil auch ihre eigenen Bilanzen grüner werden müssen.
Für uns Investoren ist das ein Weckruf. Besonders kritisch sehe ich das Thema Anschlussfinanzierung: Wenn in einigen Jahren die Zinsbindung ausläuft, könnten viele Bestandsimmobilien plötzlich schwer oder gar nicht mehr neu finanziert werden. Deshalb lohnt es sich, schon heute zu prüfen, welche Objekte im Portfolio energetisch schwach aufgestellt sind – und wie man sie frühzeitig verbessern kann.
Neben den Risiken sehe ich aber auch große Chancen. Denn wo andere nur Probleme sehen, entsteht oft ein neuer Markt. Viele private Käufer schrecken vor Sanierungen zurück – sei es wegen der Kosten, des Aufwands oder mangelnden Know-hows.
Hier liegt die Möglichkeit für uns Investoren: Immobilien mit schlechter Energieeffizienz lassen sich günstig einkaufen, gezielt energetisch aufwerten (z. B. durch Wärmepumpen oder Dämmung) und anschließend bankengängig machen. So kann man nicht nur Werte schaffen, sondern auch einen Beitrag zur nachhaltigen Immobilienentwicklung leisten.
Ich betrachte die aktuelle Entwicklung mit Respekt – aber auch mit Zuversicht. Wer sich jetzt mit dem Thema Energieeffizienz beschäftigt, seine Finanzierungen strategisch plant und auf Sanierung statt Stillstand setzt, wird in Zukunft klar im Vorteil sein.
Ich sehe darin nicht nur ein Risiko, sondern ein enormes Potenzial für findige Investoren, die den Wandel aktiv mitgestalten wollen.
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